Kommunale Energieversorger definieren die deutsche Stromerzeugung neu

Standort Lünen wird als Kraftwerksstandort entwickelt

14.02.2006

Aachen/ Lünen/ Die Pläne kommunaler Energieversorger, zusammen mit der Trianel European Energy Trading GmbH ihr Engagement in der deutschen Stromerzeugung weiter auszubauen, werden konkret. Nachdem bereits die Fundamente für das kommunale Gemeinschaftsgaskraftwerk in Hamm-Uentrop liegen, haben 26 Stadtwerke und Regionalversorgungsunternehmen Trianel damit beauftragt, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines neuen Kraftwerksprojektes auf Steinkohlebasis zu prüfen. Das Unternehmen untersucht derzeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie alle technisch/genehmigungsrechtlichen und wirtschaftlichen Eckdaten.

Nach intensiver Prüfung mehrerer Standorte fiel am Donnerstag, den 9. Februar 2006, als erste Entscheidung, das nordrhein-westfälische Lünen als Kraftwerksstandort zu entwickeln. In Lünen ist - die erfolgreiche Prüfung aller Faktoren vorausgesetzt - vorgesehen, zunächst einen Kraftwerksblock mit einer Nettoleistung von 750 Megawatt zu bauen, der spätestens Ende 2012 den wirtschaftlichen Betrieb aufnehmen soll.

„Das hohe Interesse unserer Gesellschafter und Partner, die eigenen Erzeugungseinheiten nochmals auszubauen, war entscheidend, um das Projekt zügig voranzutreiben. Bereits beim GuD-Kraftwerk in Hamm-Uentrop konnten nicht alle Interessenten bedient werden“, erläutert Sven Becker, Geschäftsführer der Trianel. „Einerseits kommt dem Aufbau eines eigenen Erzeugungsportfolios angesichts steigender Strompreise am Großhandelsmarkt weiterhin eine große Bedeutung zu. Andererseits erwarten wir ab 2012 eine deutliche Deckungslücke im Erzeugungsmarkt, und zwar unabhängig von der politischen Entscheidung zu einzelnen Energieträgern. Jetzt ist die Zeit zu handeln, und mit den Erfahrungen aus der ersten Kraftwerksentwicklung sind wir bestens vorbereitet“, so Becker.

Anlässlich eines Pressegesprächs mit Medienvertretern  aus Lünen stellte Dr. Achim Grunenberg, Geschäftsführer der Stadtwerke Lünen GmbH, am Dienstag, den 14. Februar, die Bedeutung des Projektes für den Standort Lünen heraus. „Wir begrüßen die Entscheidung der Trianel und der beteiligten Partner sehr, da diese Investition die größte der vergangenen 50 Jahre in der Region darstellen würde. Es wäre ein bedeutender Schritt in der strukturellen Stärkung von Lünen und würde mit der Schaffung zahlreicher neuer Arbeitsplätze verbunden sein“, so Grunenberg weiter. „Das Projekt hat die volle Unterstützung der Kommunalpolitik und des Bürgermeisters sowie der Stadtwerke. Darüber hinaus stärken die Stadtwerke mit einer Beteiligung am Kraftwerksprojekt ihre Unabhängigkeit beim Stromeinkauf. Und das kommt wiederum unseren Kunden zugute“.    

Lünen bietet als Kanalstandort sehr gute Voraussetzungen für den Bau und Betrieb eines Kraftwerks.  Entscheidend sind dabei die Kohleversorgungs- und Reststoffentsorgungslogistik sowie die Nähe zur Rheinschiene und die Stromnetzanbindung.

„In den nächsten Schritten der Detailplanung werden die Aspekte der Wirtschaftlichkeit, der Genehmigungsverfahren und der Bauplanung geklärt sowie die endgültige Struktur der Projektgesellschaft definiert“, führt Martin Hector, Projektleiter bei der Trianel aus. „Zielsetzung ist, dass das Steinkohlekraftwerk, sofern ein positiver Baubeschluss gefällt wird, spätestens Ende 2012 den wirtschaftlichen Betrieb aufnimmt.“

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