Kraftwerksbaustelle beschäftigt 1.400 Mitarbeiter

Hochbauarbeiten am Stummhafen abgeschlossen

03.05.2011

Manfred Ungethüm, Geschäftsführer des Trianel Kohlekraftwerks Lünen, freut sich über den Fortschitt auf der Kraftwerksbaustelle und natürlich über den Meistertitel der Dortmunder Kicker.Lünen. Mit dem 72 Meter hohen Flugaschesilo ist auf der Kraftwerksbaustelle am Lüner Stummhafen 28 Monate nach dem ersten Spatenstich der letzte große Hochbau fertig gestellt worden. An und in allen Anlagenteilen des Trianel Kohlekraftwerks Lünen (TKL) laufen die technischen Ausbauten.

TKL-Geschäftsführer Manfred Ungethüm ist mit dem Baufortschritt hochzufrieden: „Nachdem wir im Winter mit Verzögerungen zu kämpfen hatten, holen wir im Moment wieder Zeit auf. Das verdanken wir insbesondere auch den Kollegen unseres Kesselbauers IHI (Tokyo), die ungeachtet der Katastrophe in Japan hier in Lünen mit überragendem Einsatz zu Werke gehen.“ Zurzeit sind durchschnittlich 1.400 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt.  

Einige Dutzend von ihnen montieren die Anlagen für das sogenannte Kohlehandling, das auch von außen sichtbare Fortschritte macht. Als „Kohlehandling“ bezeichnen die Kraftwerker die Transportwege der Kohle vom Hafen zu den Kohlesilos und von dort aus zu den Tagesbunkern am Kesselhaus.

Auf der Südseite des Kesselhauses ist die Montage der Kohlemühlen weit vorangeschritten. Hier wird die Kohle in einem geschlossenen System zu Staub gemahlen, um sie im Kesselhaus optimal verbrennen zu können.

In das Kesselhaus wurden die untersten Membranwände und Sammler des Kessels gefahren und an ihren Platz gehoben. Tausende von Schweißnähten werden nun gesetzt, um die Anlagenbauteile zu verbinden.

Auch die unmittelbar an das Kesselhaus montierte DeNOx-Anlage  (Denitrifikations-Anlage zur Rauchgasentstickung) ist im Bau. In der DeNOx-Anlage wird später Ammoniak in den Abgasstrom gesprüht und das Gemisch über Katalysatoren geleitet. In den Katalysatoren reagieren Ammoniak und Stickstoffoxide miteinander. Dabei entstehen Stickstoff und Wasserdampf, natürliche Bestandteile unserer Luft.

Die nächste Reinigungsstufe ist der Elektrofilter, dessen Montage begonnen hat. Hier werden über 99,9 Prozent des Feinstaubs abgeschieden. Die Flugasche wird im Flugasche-Silo gelagert und ist ein hochwertiger Rohstoff unter anderem zur Betonherstellung.

Im Bereich der REA (Rauchgasentschwefelungsanlage) läuft der Ausbau der technischen Anlagen am Absorber und im Gipssilo. Die REA filtert Schwefeldioxid aus dem Rauchgas. Dies geschieht in dem sogenannten Wäscher. Darin strömt  das Abgas durch einen Sprühnebel aus einem Wasser-Kalk-Gemisch. Die sogenannte Kalkmilch bindet das Schwefeldioxid. Bei der Reaktion entsteht Gips, der z. B. in der Bauwirtschaft verwendet wird.
 
Im Maschinenhaus werden derzeit unter anderem die Turbinen mit den Dampfleitungen verbunden. Besonders auffällig ist die Montage der gewaltigen Überströmleitung zu den beiden Niederdruck-Turbinen.

Fertig gestellt ist die Stromtrasse vom Kraftwerk zur neuen Schaltanlage in Waltrop. Der Anschluss fand über Ostern statt, weil dafür eine Stromabschaltung notwendig war. Derzeit sind die Anstreicher auf den Masten und versehen sie mit zwei Schutzanstrichen. Manfred Ungethüm: „Ab Juni werden wir die Kraftwerksbaustelle über die neue Trasse mit Strom versorgen, ab 2013 wird das Kraftwerk dann seine Stromproduktion in umgekehrter Richtung ins Hochspannungsnetz einspeisen.“

  • Steinkohlekraftwerk Lünen