Kühlturm des Trianel Kohlekraftwerks am Stummhafen erstmals befüllt

Kesseldruckprobe in den kommenden sechs Monaten

01.09.2011

Lünen. Das Trianel Kohlekraftwerk am Stummhafen ist in seiner Kubatur praktisch fertig gestellt. „Man kann es auf die einfache Aussage bringen: Die Bauten werden weder höher, breiter noch tiefer“, so Manfred Ungethüm, Geschäftsführer der Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG. Allein die Verkleidung verschiedener Bauabschnitte und der technische Innenausbau stehen noch an. Nach Angaben Ungethüms liegt das Kraftwerksprojekt genau im revidierten Zeitplan, der eine Inbetriebnahme im ersten Quartal 2013 vorsieht. Auch der Finanzplan werde exakt eingehalten. Ungethüm: „Im Stummhafen ist wie im Forecast eingeplant inzwischen die erste Milliarde Euro verbaut worden.“ Durchschnittlich 1.250 Menschen arbeiten aktuell täglich auf der Baustelle.

Derzeit errichtet Microca im Stummhafen zwei Entlade-Kräne. Sie werden die Kohle von den Kanal-Schiffen auf die eingehausten Förderbänder zu heben. Die Förderbänder mit denen die Kohle in die Silos und von dort aus zu den Tagesbunkern befördert wird, sind bereits fertig gestellt. Ungethüm: „Auf unser praktisch staubfreies Kohlehandling auf dem Kraftwerksgelände sind unsere Ingenieure zu Recht stolz, ein solches System ist in Deutschland nahezu einmalig.“

Auf der Südseite des Kesselhauses ist die Montage der Kohlemühlen weit vorangeschritten. Die Kohlemühlen dienen dazu, den Rohstoff in einem geschlossenen System zu Staub zu zerkleinern. Denn im Kesselhaus wird in den Brennbereich Kohlestaub eingeblasen und dieser dann verbrannt. Die 32 Brenner sind installiert und zum großen Teil an das Verbrennungssystem angeschlossen. „Wir wollen innerhalb der kommenden sechs Monate die Kesseldruckprobe absolvieren“, beschreibt Ungethüm den weiteren Zeitplan, „das wird ein ganz zentraler Meilenstein auf dem Weg zur Inbetriebnahme.“

Auch die unmittelbar an das Kesselhaus montierte DeNOx-Anlage (Denitrifikations-Anlage zur Rauchgasentstickung) ist weitgehend fertig gestellt. In der DeNOx-Anlage wird später Ammoniak in den Abgasstrom gesprüht und das Gemisch über Katalysatoren geleitet. In den Katalysatoren reagieren Ammoniak und Stickstoffoxide miteinander. Dabei entstehen Stickstoff und Wasserdampf, natürliche Bestandteile der Luft.

Die nächste Reinigungsstufe ist der Elektrofilter, dessen Montage voll im Gange ist. Hier werden weit über 99,9 Prozent des Feinstaubs abgeschieden. Die Flugasche wird im Flugasche-Silo gelagert und ist ein hochwertiger Rohstoff, der unter anderem zur Betonherstellung verwendet wird. Das 72 Meter hohe Bauwerk für den Elektrofilter ist äußerlich fertig gestellt und muss im Inneren noch elektrisch verkabelt werden und mit dem E-Filter per Rohr verbunden werden.

Auch die Wasseraufbereitungsanlage ist betriebsbereit. Sie wird derzeit getestet. Deshalb ist die Kühlturmtasse jetzt erstmals mit Wasser befüllt. Im Labor wird derzeit Kanal-Wasser analysiert, um die gesamte Anlage der Wasserreinigung einzustellen und zu justieren. „Es ist ja nicht allein damit getan, die verschiedenen Bauwerke zu errichten und zu verkabeln, auch die Funktionsweise muss getestet und auf die Gegebenheiten vor Ort eingestellt werden“, so Manfred Ungethüm weiter. Ein weiterer Baustein dafür ist der Ausbau des Schaltanlagengebäudes, der abgeschlossen ist. Hier werden alle Komponenten miteinander verbunden und dann in der Kontrollwarte computergestützt gesteuert und überwacht.

Die Turbine für die Stromerzeugung ist ebenfalls fertig gestellt und feingewuchtet. Derzeit finden im Maschinenhaus noch umfangreiche Isolierarbeiten statt. Danach erfolgt, so Ungethüm schmunzelnd, das, was bei jedem Bau zum Schluss ansteht, die Grundreinigung: „Da wird geschrubbt und gekärchert was das Zeug hält, so eine Maschinenhalle muss schließlich zur Inbetriebnahme sauber sein.“

 

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