Trianel Kraftwerk ist voll im Zeit- und Kostenplan

Zwei Jahre nach Baubeginn ist Halbzeit am Lüner Stummhafen

23.08.2010

Lünen. „Wenn es beim Kraftwerksbau Halbzeiten gäbe, würde der ,Schiri’ jetzt zur Pfeife greifen.“ Manfred Ungethüm, Geschäftsführer des Trianel Kohlekraftwerks Lünen, ist drei Tage vor dem Besuch der Kanzlerin sichtlich aufgeräumt. Innenansicht Kühlturm
Zwei Jahre nach Baubeginn ist auf der Kraftwerksbaustelle wirklich „Halbzeit“, eine Pause allerdings gibt es beim Kraftwerksbau nicht. Rund die Hälfte der Gesamt-Investition von 1,4 Milliarden Euro ist inzwischen verbaut.

Nachdem die Betonhülle des 160 Meter hohen Kühlturms bereits Anfang des Jahres fertig gestellt wurde, schreitet der Innenausbau des Turms voran. Auch der Reingaskanal im Kühlturm ist verlegt.

Bereits vollendet ist das Schaltanlagengebäude einschließlich Innenausbau. Jetzt folgt die Technik. Vom „Gehirn“ der Anlage wird in Zukunft das Kraftwerk gesteuert.

Im Innenausbau sind die beiden Kohlesilos mit einem Fassungsvermögen von je 100.000 Kubikmeter, das sind rund 80.000 Tonnen Steinkohle. Ungethüm: „Wenn die Silos voll sind, haben wir für 32 Tage Lagerkapazitäten bei Volllastbetrieb, Das beduetet realistisch einen Kohlevorrat für 40 Tage. Die Silos haben eine Höhe von 52 Metern. Auf ihnen liegt ein Bandtunnel, in dem die Kohle vom Hafen aus zu den Silos befördert wird. Der Bandtunnel wird noch in dieser Woche auf die Silos gehoben, die dann eine Gesamthöhe von 65 Meter erreichen.

Bei der Rauchgasentschwefelungsstrecke steht der Rohbau vor der Fertigstellung. Die Hochbauten des Absorbers, in dem Rauchgas mit einer Kalksuspension der Schwefel entzogen wird, das Gipssilo und der Restentleerungsbehälter nehmen Gestalt an.

Im Kesselhaus hat die Montage der Rauchgaskanäle begonnen. Die ersten drei Module (1a, 1b, 2a) des Kessels sind im Kesselgerüst positioniert und werden zurzeit verschweißt. Modul drei wird am 25. August, einen Tag vor dem Besuch der Baustelle durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen in das 110 Meter hohe Kesselhaus eingefahren.

Manfred Ungethüm ist über den Baufortschritt hoch zufrieden: „Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Schwierigkeiten im deutschen Kraftwerksbau kann ich unseren Mitarbeitern nur volles Lob zollen. Wir liegen in allen Gewerken im Zeit- und Kostenplan. Das erste Kohlefeuer im Frühjahr 2012 ist in Sicht.“

 

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